Pine64 – Die Ernüchterung

Wie schon berichtet, hatte ich mich ja über Kickstarter für einen Pine64 als Unterstützer registriert. Die technischen Daten lasen sich damals recht beeindruckend:

64-Bit CPU mit 1.2 GHz, 4 Kerne, 2GB RAM, GB-Lan Anschluss

Weil ich zu dem Zeitpunkt noch nichts vom neuen PI3 gehört hatte und mich für MineCraft und als Samba-Server sowohl die CPU als auch die LAN-Geschwindigkeit beeindruckten, hatte ich gehofft, mit dem Pine64 die kleineren Nachteile des PI2 (’nur‘ 900MHz und 100MBit-LAN) aufwiegen zu können.

Also hatte ich mich damals für das 29$ Board mit GB-Lan und 2GB RAM registriert. Letzten Freitag (kein Aprilscherz) lag das Teil nun endlich in meinem Briefkasten.

Leider merkt man bei dem gesamten Projekt nun so langsam, daß die ‚beste‘ Hardware nichts ohne eine gute Software-Unterstützung taugt. Ich habe sowohl das ARCH-Linux-Image als auch Android und Remix-OS ausprobiert und muss mit einiger Ernüchterung sagen, daß mich alles nicht so sehr überzeugt hat. Ich kenne den PI nicht direkt aus seinen wirklichen Anfangszeiten, aber es hat mich dort schon immer beeindruckt, daß die Hardware durch die Entwickler und die Community sehr gut mit einem schnellen und funktionierenden Betriebssystem versorgt wurde.

Beim Arch-Linux-Image soll zwar das GB-Lan unterstützt werden, aber zumindest bei mir funktioniert es eigentlich im Netzwerk nur, wenn man die Schnittstelle auf 100MBits drosselt, ansonsten brechen die Übertragungsraten komplett zusammen. Auch die 2GB RAM werden vom Image nicht unterstützt. Um das zu ändern müsste man sich den Kernel und das Image aber selbst neu bauen und das will ich mir eigentlich nicht antun.

Beim Android-System erkenne ich nicht wirklich, was ich davon halten soll. Ich halte es für ein gutes OS für Handys und Tablets, aber als PC-System am Fernseher hat es mir zu viele Beschränkungen und auch dort funktioniert die Netzwerkunterstützung durch das GB-Lan nicht. WLAN wollte ich mir nicht antun, da hängen bei mir schon zu viele Handys und Tablets im Heimnetz.

Das Remix-OS ist ein netter Ansatz, die Stärken von Android mit einem Desktop-System zu verbinden, aber es ist halt auch noch Beta-Software, d.h. Abstürze und Aufhänger sind quasi normal.

So liegt das Teil bei mir nun erst einmal auf Eis, ich werde aber die Software-Seite weiterhin beobachten. Angeblich soll ja irgendwann mal Ubuntu/Debian da drauf laufen, das wäre ein guter Ansatz analog zum Raspbian beim PI. Allerdings gibt es einige Stimmen im Netz, die der zugrunde liegenden Hardware (Allwinner SoC) die Grundlage dafür und v.a. dem Hersteller die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Entwicklern absprechen.

Im Nachhinein hätte ich wohl zumindest nach derzeitigem Stand der Entwicklung das Geld besser in einen weiteren PI3 investiert. Der Fairness halber muss man aber auch sagen, daß zumindest die Hardware im ersten Versuch ähnlich gut geworden ist wie nun beim PI3, also warten wir mal 4 Jahre ab, was sich bei der Software noch tut….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.